Frau H. aus Mannheim stellt folgende Frage:
Hallo,
bei mir wurde Ende Januar Morbus Basedow festgestellt. Was kann ich neben Carbimazol aus heilpraktischer Sicht noch tun? Und: Wir haben großen Kinderwunsch, bereits 2 Fehlgeburten, kann man da auch irgendwas machen?
Danke für Ihre Antwort,
Daniela H.
Frau Dr. Annette Pitzer, Heilpraktikerin antwortet:
Sehr geehrte Frau H.,
beim Morbus Basedow handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Das körpereigene Abwehrsystem richtet sich bei Autoimmunerkrankungen gegen körpereigene Zellen. Im Fall des Morbus Basedow werden die TSH-Rezeptorzellen der Schilddrüse durch diesen Angriff veranlasst, vermehrt Schilddrüsenhormone frei zu setzen. Daraus resultiert häufig eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) mit all Ihren Symptomen wie schnellerer Herzschlag (Tachykardie), vermehrtes Schwitzen, Haarausfall, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Gewichtsabnahme trotz ausreichenden Essens, Fingerzittern und vieles mehr. Die Antikörper der Basedow-Erkrankung können sich aber auch gegen andere Körperzellen richten, wie die kleinen Augenmuskeln und deren Bindegewebe und die vordere Schienbeinmuskulatur. In dieses Gebiet wandern Abwehrzellen (Lymphozyten) ein, und es kommt zu einer Schwellung der betroffenen Gebiete. Es kann dann an den Augenmuskeln zum sichtbaren Hervortreten des Augapfels führen (endokrine Orbitopathie) und den damit verbundenen Anzeichen wie verstärktem Tränenfluss, Rötungen und Brennen der Augen, starrem Blick und Sehen von Doppelbildern kommen. Am Unterschenkel kann sich eine Verdickung der Vorderseite manifestieren, das prätibiale Myxödem. Zur Therapie werden in der Schulmedizin sogenannte Thyreosatatika wie Carbimazol eingesetzt. Thyreostatika unterdrücken die übermäßige Hormonproduktion der Schilddrüse, wirken also auf ein Symptom ein. Die Behandlungsdauer mit Thyreosatatika sollte 6 Monate nicht unterschreiten, da kürzere Behandlungszeiten meist zu Krankheitsrückfällen führen. Die Behandlung sollte aber auch nicht länger als 18 Monate durchgeführt werden. Während der Behandlung mit Thyreostatika sollten die Schilddrüsenwerte in kurzen Zeitintervallen (alle 2-4 Wochen) getestet werden. Dabei sind neben dem TSH-Antikörperspiegel (TRAK; TSI) auch die TSH Werte zu beurteilen. Ziel der medikamentösen Behandlung sollte ein normaler (eher im unteren Drittel angesiedelter) TSH Wert sein. Hohe TSH Werte wirken sich nämlich ungünstig auf die endokrine Orbitopathie aus, oder löst diese unter der Therapie sogar aus. Es kann also sein, dass die Behandlung durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen ergänzt werden muss. Sollten die TSH-Antikörperspiegel (TRAK; TSI) unter der Behandlung mit Thyreostatika innerhalb eines Jahres nicht absinken, ist ein erneutes Ausbrechen der Krankheit sehr wahrscheinlich. Dann stehen aus schulmedizinischer Sicht die Radiojodbehandlung und die Schilddrüsenentfernung zur Verfügung. Aus naturheilkundlicher Sicht: Bei den Morbus Basedow Patienten in meiner Praxis finden sich einige Übereinstimmungen. Wird ein Schwermetalltest gemacht, sind diese Patienten meist stark belastet. Auch findet sich gehäuft eine Virusbelastung, die durch einen Bluttest festgestellt werden kann. Dabei werden getestet: Herpes simplex Virus Typ 1 + 2, Cytomegalie Virus, Epstein-Barr-Virus, Varizella-zoster Virus u.a. Liegt eine Schwermetallbelastung und/oder eine virale Belastung vor, werden diese naturheilkundlich behandelt. Meist findet sich bei autoimmunerkrankter Schilddrüse auch eine Dysbiose des Magen Darm Traktes und/oder Unverträglichkeiten auf Lebensmittel. Diese können bei Verdacht durch entsprechende Stuhl- bzw. Blutuntersuchungen festgestellt werden. Abhilfe schaffen dann eine mikrobielle Therapie, und eine individuell angepasste Ernährung. Prinzipiell reagieren Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse aus meiner Erfahrung positiv auf eine basenlastige Ernährung. Bei der Ernährung sollte darauf geachtet werden, dass kein Jodsalz benutzt wird und Jod auch wenn möglich in anderen Nahrungsmitteln vermieden wird. Stehen Schilddrüsenuntersuchungen oder Untersuchungen mit Kontrastmitteln an, immer darauf aufmerksam machen, dass kein jodhaltiges Kontrastmittel verwendet werden darf. Morbus Basedow Patienten leiden oft an starken Muskelverspannungen. Diese können in den Phasen der Hyperthyreose mit sanften Massagen, craniosakraler Therapie u.a. gemildert werden. In Phasen einer euthyroten (normale Schilddrüsenhormonlage) Stoffwechsellage können die Patienten auch aktiv mit autogenem Training, Muskelentspannung nach Jacobsen, Yoga u.a. arbeiten. Diese werden meist in der Phase der Hyperthyreose nicht als entspannend empfunden. Auf ein geordnetes Leben muss ein Morbus Basedow Patient achten, da unregelmäßige Ess- und Schlafgewohnheiten, Stress etc. einen Einfluss auf die Hormonlage der Schilddrüse nehmen. Da bei autoimmunen Erkrankungen Entzündungsprozesse stattfinden, die dazu führen, dass sogenannte freie Radikale entstehen, sollte auch der oxydative Stress gemildert werden. Morbus Basedow Patienten dürfen nicht Rauchen!! Die Substitution von Selen kann dabei helfen, freie Radikale unschädlich zu machen. Was sollte man noch über Autoimmunerkrankungen wissen? Autoimmunerkrankungen kommen oft im Bundle vor. Wer eine hat, entwickelt oft weitere. Deshalb sollte einmal im Jahr ein Checkup in einer endokrinologischen Klinik gemacht werden. Besteht Kinderwunsch, muss geklärt werden, ob auch die Eierstöcke eine autoimmune Störung aufweisen. Da Hormone Regelkreisen unterliegen, kommt es bei Morbus Basedow erkrankten Frauen oft auch zu Störungen der weiblichen Hormone. Dies sollten von Ihrer Gynäkologin untersucht werden. Wichtig bei Kinderwunsch ist die Wiederherstellung normaler Hormonverhältnisse an Schilddrüse und Eierstöcken. Bei aktivem Morbus Basedow oder einer endokrinen Orbitopathie sollte keine Schwangerschaft angestrebt werden. Voraussetzung für eine unproblematische Schwangerschaft sind normale Schilddrüsenwerte und ein normaler Antikörperspiegel.
Freundliche Grüße
Dr. Annette Pitzer
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Reh Angelika says
Bei mir wurde vor 25 Jahren Morbus Basedow diagnostiziert und erfolgreich behandelt.
Meine Werte waren nach der Heilung aber oft nah an der Grenze. Nun ist der Wert auf 0,26 abgesunken und so habe ich ein echtes Problem.
Werde nun wieder Selen einnehmen.
Und ich bin mir nun total unsicher welches Salz ich kaufen soll. Ich dachte das Steinsalz von Erdmann Hauser wäre das beste für mich, aber nun las ich bei Dr. med. Berndt Rieger, dass Steinsalz 200 Mikrogramm Jod pro 100 g enthält.
s.gellner says
ich habe mb und nehme grad 15mg thiamazol,seid acht monaten mal 10mg dann wieder15mg aber die werte schwanken,vormittags geht es mir nicht so gut weinen angst nervös ab mittag geht es mir gut ,der nuklearmediziner meint ich solle eine RJT machen damit ich wieder normal werde,ständig nimmt er blut ab grad alle drei tage,was soll ich tun?
s.gellner says
bei mir wurde vor 8monaten mb festgestellt und es schwankt sehr geht nicht einzustellen,nun soll ich zur radiotherapie soll ich noch warten,was soll ich nur machen bin auch beim nuklearmediziner der meint bei mir geht es nicht ohne rjt,